Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA)

Die Anmeldung zur BÜA erfolgt jeweils bis zum 31. März eines Jahres über die bisher besuchte Schule.

Zielgruppe/Aufnahmevoraussetzungen

In der BÜA können Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden, die

  • noch keine 18 Jahre alt sind (Stichtag: 01.08.),
  • mindestens aus Klasse 8 der allgemeinbildenden Schule kommen,
  • noch keinen Ausbildungsplatz haben,
  • keinen Hauptschulabschluss oder einen berufsorientierten Abschluss oder einen (qualifizierenden) Hauptschulabschluss besitzen
  • noch keine zweijährige Berufsfachschule/BÜA/Berufsvorbereitungsmaßnahme in einer anderen Fachrichtung mehr als ein Jahr besucht haben
  • Schülerinnen und Schüler aus Intensiv-/InteA-Klassen (mit angemessenem Sprachstand)
  • Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Weitere Informationen

Wenn Sie Fragen zu BÜA haben, kontaktieren Sie bitte Frau Michaela Makosz

Anmeldeformular und weitere Dokumente

BÜA-Anmeldung

BÜA-Informationsflyer

BÜA Informationsblatt

Präsentation für abgebende Schulen

weitere Informationen:

Präsentation der Theodor-Heuss-Schule

Aufbau und Unterrichtsangebote

Die BÜA ist in zwei Stufen gegliedert:

Stufe I

  • Kleine Lerngruppen (maximal 16 Schülerinnen und Schüler)
  • 30 Wochenstunden Unterricht
  • Allgemeinbildenden Fächer (Deutsch, Mathematik, Englisch, Sport, Religion/Ethik, Wahlpflichtunterricht und Politik & Wirtschaft)
  • Berufsbildender Unterricht in den Bereichen Büromanagement und Handel

 

Durch den Berufsbildenden Unterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in berufsspezifische Abläufe im Bereich von Büromanagement und Handel. Die erworbenen Kompetenzen, die durch hessenweit einheitliche Kompetenzraster abgebildet werden, geben den Betrieben Aufschluss darüber, inwieweit Schülerinnen und Schüler für ebendiese Schwerpunkte (und somit auch für die entsprechenden Ausbildungsberufe) geeignet sind. Zwei betriebliche Phasen (Praktika) unterstützen die Schülerinnen und Schüler weiterhin in ihrer beruflichen Orientierung, sodass sie die betriebliche Praxis und die typischen Arbeitsabläufe besser kennen lernen können.

 

Die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Mathematik und ggf. Englisch werden individualisiert nach kompetenzorientierten Eingangsdiagnostiken entsprechend der Zugangsbedingungen und Anschlussmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

 

Zusätzlich werden die Schülerinnen und Schüler in vier Profilgruppenstunden wöchentlich umfassend bei der Berufswahl und dem Bewerbungsprozess beraten und unterstützt. Sie reflektieren hier den eigenen Lernprozess und entwickeln ihre sozialen und persönlichen Kompetenzen.

 

 

Stufe II

Die Stufe II der BÜA kann nur von Schülerinnen und Schülern besucht werden, die in Stufe I mit einem qualifizierenden Hauptschulabschluss oder einem besonders guten Hauptschulabschluss aufgenommen wurden und den mittleren Bildungsabschluss zur Erlangung ihrer beruflichen Ziele benötigen.

 

Es werden 30 Wochenstunden Unterricht an fünf Tagen erteilt. Zum Stundenplan gehören die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Sport, Religion/Ethik und Politik & Wirtschaft. Der berufsbildende Lernbereich wird im Schwerpunkt Wirtschaft in Theorie und Praxis unterrichtet und es werden zwei Stunden Profilgruppenunterricht erteilt: Die Berufswahlentscheidung der Schülerinnen und Schüler wird gefestigt.

Abschluss- und Anschlussmöglichkeiten im Überblick

 

* Während der Berufsausbildung kann der mittlere Abschuss erworben werden.

** Während der Berufsausbildung kann die Fachhochschulreife erworben werden.

Berufsorientierung

Berufliche Orientierung/ Konzept für BÜA: Stufe 1

Schon in der früheren BFS war berufliche Orientierung (BO) wichtig und bot den Schülerinnen und Schülern Betriebsbesichtigungen, Praktika, Bewerbungstraining (JUMINA, Projekte der Stadt Offenbach wie z.B. „Unternehmergeist“, Kooperationen mit den Personaldienstkaufleuten der THS und Career Coaching durch ein Frankfurter Beratungsunternehmen) an. Auch wurden Ausbildungsmessen wie „gOFit“ und die Frankfurter Bildungsmesse besucht.

In BÜA wird nun diese Arbeit in ein schlüssiges BO-Konzept führen, da hier durch den Berufsfeldwechsel und durch das neue Unterrichtsfach „Profilgruppenunterricht“ die berufliche Orientierung aller Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt steht. Das ist auch bedingt durch das erklärte Ziel des Schulversuches, die Schülerinnen und Schüler verstärkt in die Ausbildung zu begleiten.

Dieser Herausforderung hat sich der BÜA Standort Offenbach gestellt und erarbeitet derzeit ein BO Konzept, welches auch durch die wissenschaftliche Begleitung (TU Darmstadt) des Schulversuches evaluiert wird. Neben den bestehenden Projekten soll zukünftig mit dem Regionalen Übergangsmanagement der Stadt Offenbach gearbeitet, das Vogelsbergprojekt weiterhin verfolgt, die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und Mainarbeit der Stadt Offenbach forciert und das Career Coaching Projekt ausgebaut werden.

Gewünscht wird neben dem Einsatz von Sozialpädagogen eine Ausbildung der Profilgruppenlehrkräfte im Bereich Berufscoaching.

Herunterladen sind folgende Dateien:

  1. Jetziger Stand des BO Konzeptes
  2. BO Info Ablauf Gespräche
  3. Coaching Gespräche
  4. Career Coaching
Berufsorientierungskonzepte des Standortes Offenbach
Stufe 1
Nr. Maßnahme Wann Wer
1. Orientierungsprojekte Anfang des SJ bis Ende des 1. Hj.
Lehrervortrag PP (wirtschaftliche Lage, Berufe mit Zukunft, Standortorientiert, Studium vs. Ausbildung, Erreichen der Ziele durch Umwege, Anforderungen, Gehälter diverser Berufssparten) Anfang des SJ bis Ende des 1. Hj. YouTube Videos über das ganze Jahr verteilt (bei Bedarf) Profilgruppenlehrkräfte
Profilspiel
Berufswahltests
Youtube-Videos Berufsbilder kennenlernen
Sparten-Spiele
Zusatz: Auszubildende informieren die SuS? Anfrage an Profilgruppenlehrkräfte?
2. Praktikum 1: 3 Wochen nach den Herbstferien, 2: 3 Wochen vor den Osterferien
Anschreiben Betriebe Netzwerkkoordinatorin + Abteilungsleitung
Erstellen einer Datenbank Sommerferien und aktuelle Überarbeitung Netzwerkkoordinatorin
Vorbereitung Profilgruppenlehrkräfte
Begleitung Profilgruppenlehrkräfte
Nachbereitung Profilgruppenlehrkräfte
3. Beratung montags/dienstags/mittwochs das ganze Jahr über – bei Bedarf
Laufbahnberatung (Nutzung des Fragenkatalogs) Profilgruppenlehrkräfte und Agentur für Arbeit zusammen
4. Bewerbungstraining Profilgruppenlehrkräfte
Erstellung von aktueller Bewerbungsmappe im 1. Hj. Profilgruppenlehrkräfte
Anschreiben Praktikum und Suche 1. und 2. Hj.
Anschreiben Ausbildung und Suche ganzjährig
Online-Tests ab Dezember bis Januar, 1. Hj.
Assessment Center ab Februar, 2. Hj.
Vorstellungsgespräche ab Februar, 2. Hj.
Videodreh: Ausbildungsberuf und Vorstellung ab Mai 2. Hj.
5. Qualifikationsportfolio ganzjährig
Inhalte: Klassenlehrkräfte, Profilgruppenlehrkräfte
Fragebogen zu Beginn
Profilspiel Ergebnis
Laufbahnberatungen und Protokoll mit Unterschrift der Lehrkräfte und SuS
Ergebnis Test Berufsfindung
Ergebnis Arbeitsagentur Beratung
6. Betriebsbesichtigungen im 1. Hj. Profilgruppen-lehrkräfte
Anfrage an Profilgruppenlehrkräfte Klassenlehrkräfte, Profilgruppenlehrkräfte

Idee: 3 Tage einplanen für verschiedene Betriebsbesichtigungen. Model IHK: Nacht der Ausbildung

 

 

 

7. Messen Zeiten variieren jährlich
gOFfit Profilgruppenlehrkräfte
Bildungsmesse Ffm
8. Projekte mit Externen
Career Coaching September/Oktober 1. Hj. Beratungsfirma Ffm
Auszubildende aus diversen Berufssparten Oktober/November 1. Hj. Azubis
Online-Tests Ausbildungspark.com Dezember/Januar 1. Hj. Ausbildungs-park
PDK`s Vorstellungsgespräche Februar 2 Hj. PDKs
RÜM Berufsinformationstage RÜM
9. Kooperationen mit abgebenden Schulen
Informationsabende November bis Februar SL und
Tag der offenen Tür Profilgruppenlehrkräfte
Flyer
10. Organisation und Teambuilding Zu Beginn und im laufenden Jahr
Regeln Profilgruppenlehrkräfte
Teambuilding (Spiele)
Selbstfindung/Motivation (Podcast)

BO-Konzept

Konzept 1. Halbjahr Gesamter Zeitraum – Zwischendurch bei Bedarf

Organisation und Teambuilding

Regeln

Team Building

Selbstfindung/Motivation

 

Einzeltermine können wahrgenommen werden.

Geschützter Raum nötig. PGU teilweise als Sprechstunde. Berater der Arbeitsagentur sind anwesend bei Bedarf. Randstunden nötig. Regelmäßige Reflektion der Zielvereinbarung. SuS fertigen Protokoll an.

Berufsfindung

Erstellung eines Ordners

Lehrervortrag

Profilspiel

Spartenspiel/Neigungsspiel

 

Zielvereinbarung

 

 

Zusammenarbeit mit

Career Coaching und Regionales Übergangsmanagement (RÜM)

Hilfe z. B. bei:

Bewerbungsunterlagen erstellen und im Prozess ergänzen, Vorstellungsgespräche

etc. (Vortrag Frau Kümbel, RÜM)

 

Persönliche Gespräche Fragenpool

 

 

Durchleuchtung der Bereiche z. B. YouTube

 

Reflexion des ersten Praktikums

mit anschließendem persönlichem Beratungsgespräch ggf. Neuorientierung

 

Praktikumssuche

Konzept 2. Halbjahr

Praktikums- und Ausbildungssuche mit individueller Laufbahnberatung

 

Weiterentwicklung der beruflichen Handlungskompetenz:

 

Schulung Methodenkompetenz PowerPoint, daraufhin Aufgabenstellung nach dem zweiten Praktikum, PowerPoint, SuS stellen Betrieb und Tätigkeiten vor. Reflexion des zweiten Praktikums.

 

Videodreh zu einem entsprechenden Ausbildungsberuf – Aufgabe 2 bis 3 SuS: Stelle charakteristisch einen Ausbildungsberuf vor, Dauer: maximal 5 Minuten. Inhalte: Merkmale, Voraussetzungen und Perspektiven. Achtung: Datenschutz und Richtlinien, Alternativen: Rollenspiele, darstellendes Spiel, etc.

Möglicher Ablauf Coaching Gespräch

Terminierung

Gegenseitiges Kennenlernen

Ziele und Erwartungen abstecken

Grenzen setzen

Vorbereitung für den weiteren Prozess

Wie frage ich?

Ablauf Benötigte Materialien
L stellt Vertrauen her
S nennt L Ziele Ausgefüllte Zielformulierung

S beschreibt L:

 

Ausgangspunkt,

bestehende Probleme,

Involvierte Personen (z. B. Eltern),

Hilfestellung, die S möchte,

 

mögliche Zukunftsvision (bei Bedarf).

 

L hilft durch gezielte Fragestellung. Sofern die Eltern eine Rolle in der Berufsfindung spielen, sollten diese zu einem Gespräch eingeladen werden.

Protokoll wird stetig von S ausgefüllt = Inhalt Qualifikationsportfolio

S nennt mögliche Wege und Alternativen, um das Ziel zu erreichen.

 

L hilft durch gezielte Fragestellung.

Zielformulierung kommendes Gespräch
Terminierung

Visualisierung des Gesagten ist wichtig für S. Idee: Mindmap erstellen als HA nach dem Gespräch. Das erste Gespräch dient nur zur Bestandsaufnahme. L gibt keine Tipps, stellt sich in den Hintergrund.

Career Coaching

Seit 2015 wird in der zweijährigen Berufsfachschule und ab 2018 in der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) das Projekt Career Coaching in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen Oliver Wyman/Mercer durchgeführt. Schwerpunkt des Projektes ist, den Schülerinnen und Schülern ein praxisnahes Bewerbungscoaching anzubieten.

Einmal im Jahr bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Durchführung des Projektes in drei Sessions an:

Session 1: Vorbereitung/Berufswahl

  • Analyse von eigenen Stärken und Schwächen
  • Zurechtfinden im Dschungel der Angebote
  • Vorzeitiges Engagement

Session 2: die Bewerbung/Wie schreibt man eine gute Bewerbung?

  • Lebenslauf
  • Bewerbungsanschreiben
  • Bewerbungsfoto (inkl. Fotoaufnahmen)

Session 3: Das Bewerbungsgespräch

  • Training in Form eines simulierten Bewerbungsgespräches durch geschulte Interviewer

Session 1 und 2 finden in der THS statt. Den ca. 34 ausgewählten Schülerinnen und Schülern stehen ca. vier bis sieben Beraterinnen und Berater zur Seite.

Hausaufgaben sind notwendig, um an einer weiteren Session teilnehmen zu können. Dieses Ausschlusskriterium ist wichtig, um den Schülerinnen und Schülern die Wichtigkeit von Verbindlichkeit aufzuzeigen.

Session 3 ist ein Höhepunkt: dieser findet grundsätzlich im Unternehmen (abwechselnd bei Oliver Wyman oder bei Mercer) in Frankfurt im Messeturm statt. Die Schülerinnen und Schüler gehen gut gekleidet mit Bewerbungsmappe zu dem simulierten Bewerbungsgespräch, welches mit einem Interviewer und einem Beobachter durchgeführt wird. Im Anschluss erhält jeder ein Feedback zum geführten Bewerbungsgespräch. In angenehmer Atmosphäre mit Imbiss und schönem Ausblick erhalten die Schülerinnen und Schüler einen guten Einblick in Bewerbungsgrundsätze.